Transfer-Event MPhil/PhD an der UWS

Im Rahmen meines diesjährigen Aufenthalts an der UWS in Paisley habe ich mein Transfer-Event für meinen MPhil/PhD erfolgreich abgelegt. Dieser ist gemäß Research Study Guide wie folgt definiert:

The transfer event should function as a mini viva examination, providing students with an opportunity to present their research findings to an audience which consists of the supervisory team, other students, external persons if relevant, and the assessor. The purpose of the event is to ensure, in overall terms, the continuing viability and originality of the research project and that the student is capable of completing a PhD.“

Damit ist nun diese Hürde auch offiziellen genommen und ich kann mich der weiteren Arbeit ihm Rahmen der Promotion widmen.

Die „kleinen Doktorgrade“

Wer seinen Lebenslauf etwas aufhübschen möchte und bereits ein Masterstudium (oder etwas äquivalentes) in Geistes-, Sozial-, Rechts- oder Naturwissenschaften erfolgreich abgeschlossen hat, kann nach ein bis zwei zusätzlichen Semestern den Grad eines JuDr, RNDr, PhDr, PaedDr, PharmDr, ThDr oder ThLic draufsetzen. Diese so genannten „kleinen Doktorgrade“ waren zwischenzeitlich abgeschafft, erlebten jedoch gegen Ende der 90er eine Wiedergeburt und sind in Gebieten der ehemaligen Tschechoslowakei weit verbreitet. Sie gelten als Vorstufe zu einer regulären Promotion und beinhalten keine eigenständige wissenschaftliche Forschung.

Verliehen werden diese Grade an vielen Hochschulen bzw. Universitäten in der Slowakei oder Tschechien. Entsprechende Institutionen verfügen in der Regel über den anabin-Status H+, d.h. diese sind im jeweiligen Herkunftsland in maßgeblicher Weise als Hochschulen anerkannt – akkreditiert, attestiert o.ä. – und ausgehend davon in Deutschland ebenfalls als Hochschulen anzusehen.

Dabei gibt es jedoch ein paar Hürden und Dinge, die zu beachten sind.. Der Prüfling unterzieht sich vor Ort einem Rigorosum,  welches sich z.B. an der Fakultät für Management der Comenius Universität in Bratislava aus drei Bestandteilen zusammensetzt. Hierzu gehören gemäß den veröffentlichten Infos (Rigorous Examination Procedures)

  • eine schriftliche Thesis vom Umfang einer Masterarbeit,
  • die mündliche öffentliche Verteidigung der Arbeit, sowie
  • zusätzliche mündliche Prüfungen in mindestens zwei der folgenden Fachgebiete:
    1. Financial Management
    2. Strategic Management
    3. Marketing Management
    4. Human Resources Management
    5. Organization Behavior
    6. Management Information Systems

Nach erfolgreichem Abschluss wird dem Prüfling an der CU dann ein zusätzlicher Grad verliehen, nämlich der

PhDr. – Doktor der Philosophie (cs, sk: doktor filozofie, la: philosophiae doctor)

Hierfür wird jedoch vor allem der Nachweis der Befähigung verlangt, sich neue Erkenntnisse der Wissenschaft anzueignen und schöpferisch in die Praxis umzusetzen. Damit ist ein schriftliches Werk gemeint, welches den Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten entspricht. Dafür kann entweder eine gänzlich neue Thesis angefertigt oder eine bestehende Masterarbeit inhaltlich ausgebaut werden. Sicherlich durchaus interessant für Kandidaten, die ihre Arbeit als Basis für eine reguläre Promotion angefertigt haben. Schliesslich sollten diese durchaus in der Lage sein, passende Inhalte für die benötigte schriftliche Arbeit zu generieren.

Durch die zusätzlichen Pflicht-Themen in den mündlichen Prüfungen wird ein wenig um das eigentliche Thesis-Thema herum abgeklopft. Das Zauberwort heißt wohl Diversifikation..

Zu beachten ist ebenfalls, dass diese kleinen Doktorgrade nicht auf der dritten Stufe der Bologna-Klassifikation stehen und damit keinesfalls einem Doktorgrad in Deutschland äquivalent sind. Der Absolvent des abgespeckten Programms mit dem Grad eines PhDr ist auch nicht Doktor im Sinne einer Promotion und darf sich – zumindest in Deutschland – gemäß Kultusministerkonferenz auch keinesfalls so nennen bzw. die gekürzte Schreibweise (Dr.) benutzen, sondern eben ausschliesslich die offiziell verliehene Schreibweise verwenden. Für ein reguläres Promotionsstudium inkl. Dissertation werden die entsprechenden wissenschaftlichen Forschungsdoktorgrade verliehen – der vergleichbare Titel zum PhDr. wäre der

PhD. – Doktor (sk: doktor, la: philosophiae doctor)

Die Abgrenzung durch unterschiedliche Namen macht auch Sinn, fehlt hier u.a. doch eindeutig der verpflichtende Bezug zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit. Damit ist für mich auch Unterschied zwischen PhD und einem PhDr mehr als offensichtlich. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Fällen, wo Beteiligte dieses beflissen ignorieren und hierdurch Titelmißbrauch begangen haben..

Letztlich ist so ein kleiner Doktorgrad aufgrund der zu erfüllenden Anforderungen definitiv nicht geschenkt und erst recht auch nicht umsonst – für Immatrikulation, Prüfung, usw. werden typischerweise Gebühren erhoben! Diese entsprechen in etwa den sonst üblichen Semsterkosten an anderen europäischen Hochschulen..

Forschungs- und Promotionstag @ HAW Hamburg

In Zusammenhang meiner Promotion an der HAW (in Kooperation mit der UWS) nehme ich am diesjährigen Forschungstag der HAW Hamburg am 25.09.2015 teil. Dort werden ca. 60 Promovierende ihre aktuellen Arbeiten im Rahmen in einer Posterpräsentation vorstellen, die besten Poster werden prämiert. Ich bin ebenfalls mit einem Poster vertreten und hoffe natürlich auf eine Platzierung.

Weitere Programmpunkte des Tages sind u.a. eine Podiumsdiskussion zu hochschulpolitischen Fragen sowie die Ehrung und Verabschiedung der Promovierten 2013/2014.

Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte, die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es bei Dr. Nina Feltz oder auf der HAW-Themenseite „Promovieren an der HAW Hamburg„.

Beitrag für das Doctoral Consortium @ BPM 2014

Heute habe ich einen Beitrag für das Doctoral Consortium eingereicht, welches am 7. September 2014 im Rahmen der 12. Konferenz zu Business Process Management (BPM 2014) in Haifa, Israel, stattfindet.

Nun heißt es bis zum 8. Juli abwarten, erst dann gibt es eine Rückmeldung ob die Submission akzeptiert wurde.

Passende Beiträge werden während des Doctoral Consortiums vorgestellt und gleichzeitig als Poster im Rahmen der Konferenz präsentiert. Zusätzlich kommt man in den Genuss der Teilnahme am gesamten Konferenz-Programm – ich hoffe daher mal, dass es klappt!

UWS Research Student Conference 2014

P1050402Vom 29.04.-02.05.2014 war ich wieder in Glasgow bzw. Paisley, wo auf dem dortigen Campus der UWS die 10. Research Student Conference ausgetragen wurde.

Neben den meiner eigenen Poster-Präsentation fand u.a. wieder eine Session mit Vorträgen der Kommilitionen aus dem dritten Jahr statt und es gab es ein paar Seminare und Workshops – z.B. „The final PhD Hurdle: Preparing for Viva“ von Prof. Dr. Malcolm Crowe, meinem neuen Director of Studies.

Abseits von den offiziellen Veranstaltungen gab es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit den Mitstreitern von der Hochschule der Medien in Stuttgart oder der Technischen Hochschule Deggendorf bei dem einen oder anderen Bier zu plauschen.so

Neuer Director of Studies

Dr. Rob Dekkers – mein ehemaliger Doktorvater, Supervisor bzw. Director of Studies (DoS) an der UWS in Paisley – hat die dortige Universität verlassen und ist an eine andere Hochschule gewechselt.

Damit besteht die Notwendigkeit für einen neuen DoS. Hierbei ist das Los an der UWS auf Herrn Prof. Dr. Malcolm Crowe gefallen – er war bereits Gutachter bei meiner jährlichen Paneldiskussion zum aktuellen Fortschritt meiner Promotion und wird ab nun die Aufgaben von Rob Dekkers übernehmen. In Deutschland bleibt alles unverändert, hier bin ich nachwievor glücklich bei Herrn Prof. Dr. Rüdiger Weißbach aufgehoben.

HAW-Promotionskooperationen im Hamburger Abendblatt

Am 14.12.2013 berichtete das Hamburger Abendblatt über die Hürden von Fachhochschul-Absolventen auf dem Weg zur Promotion.

Dabei wurde u.a. auf die derzeitige Situation meiner Kommilitonen an der HAW Hamburg eingegangen, hierbei im Allgemeinen auf die bestehende Promotionskooperationen der HAW Hamburg und der UWS in Paisley und in diesem Kontext im Speziellen auch auf meinen ehemaligen Mit-Promovend Dr. Johannes Hinckeldeyn. Johannes und ich haben/hatten den selben Supervisor in Schottland, nämlich Dr. Rob Dekkers.

Nachdem in Schleswig-Holstein voraussichtlich in 2014/2015 die Promotion an Fachhochschulen möglich sein wird, stellt sich die Frage ob die Hamburgische Wissenschaftsbehörde diesem Vorschlag mittel- bis langfristig folgen wird. Aktuell will die BWF die Universitäten der Hansestadt jedoch nur verpflichten, kooperative Promotionsprogramme mit der HAW einzurichten und hierbei eine Diskriminierung von FH-Absolventen durch die Universitäten nicht mehr zulässig ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass ein solches Vorgehen an der Universität Hamburg im Bereich Wirtschaftsinformatik scheinbar zur Regel gehört(e) – wobei ich letztlich nebem dem „bemängelten“ B.Sc. einer Fachhochschule auch noch einen M.Sc. einer deutschen Universität vorweisen konnte.

So ist die Sachlage zur Promotion in Hamburg noch nicht optimal geklärt, dennoch zeigt sich ein Schritt in die richtige Richtung.

Beitrag für die BPM2014 eingereicht

Die BPM Konferenz Europe 2014 findet im kommenden Jahr (wie angekündigt) in London statt. Hierfür habe ich termingerecht einen Beitrag eingereicht und muss nun auf die Rückmeldung vom Fachausschuss warten.

Der Beitrag hängt mit meiner Promotion zusammen und beschäftigt sich mit dem aktuellen Stand und neuen Ansätzen für eine erfolgreiche Umsetzung von Geschäftsprozessmanagement in Klein- und mittelständischen Unternehmen.

Ist BPM für KMU auf lange Sicht nur eine Wunschvorstellung, eine überschätzte und riskante Modeerscheinung oder eine Herausforderung mit effektiven Chancen und Potenzialen? Der Fokus des Vortrags liegt hierbei u.a. auf Problemstellungen durch strukturelle und kulturelle Unterschiede zwischen KMUs und ihren größeren Konkurrenten sowie der zukünftigen Entwicklung bzw. dem „quo vadis BPM“?

Promotionsrecht für Fachhochschulen in Schleswig-Holstein?

Gemäß aktuellen Informationen des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein und Berichten von Spiegel Online sowie der Süddeutschen Zeitung plant die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende ein neues Hochschulgesetzt, welches Fachhochschulen das Promotionsrecht einräume.

Zum Procedere sagt Prof. Dr. Wende u.a., dass

in Zusammenarbeit mit den FHs [..] bereits ein konkretes Regelwerk entwickelt [wurde], wie zukünftig die Qualität der Promotion gesichert werden kann. Wir koppeln – wie im angelsächsischen Wissenschaftssystem üblich – Betreuung und Begutachtung der Promotion voneinander ab.

Das abschliessende Gutachten soll durch drei bestellte Gutachter erfolgen, wobei von diesen mindestens Zwei von einer Universität kommen müssen. Zusätzlich darf keiner der Gutachtern die Arbeit betreut haben.

Der entsprechende Entwurf soll bereits Anfang 2014 ins Kabinett eingebracht werden und die Novellierung des Hochschulgesetzes zum Ende des kommendes Jahres abgeschlossen werden. Damit wäre Schleswig-Holstein ab 2015 das erste Bundesland, in welchem die Promotion an Fachhochschulen möglich ist.