BPM2014 in Eindhoven/NL

IMG_2659Die BPM2014, welche kurzfristig von Haifa/Israel nach Eindhoven/Niederlande verlegt wurde, ist nun vorbei. Obwohl ich natürlich gerne nach Israel geflogen wäre, die Konferenz bzw. das Umfeld in Eindhoven waren ohne große Schnitzer, die TU/e mit der Arbeitsgruppe um Wil van der Aalst war omnipräsent sowie ständig – auch um uns PhDler bzw. teilweise Konferenzneulinge – bemüht und der Stadtkern von Eindhoven tat den Rest.

Einen kurzen Abriss zu Inhalten der ersten Tage habe ich bereits gegeben, nun noch etwas zur zweiten Hälfte.

Dienstag startete mit einer Keynote von Rob High mit einem thematischen Schwerpunkt auf „IBM Watson„, durchaus sehr interessant jedoch für meinen Geschmack etwas zu off-Topic für diese Konferenz. Weiter ging es mit BPM-Kernthemen wie Process Discovery oder Model Matching. Das Ganzen ist nicht unbedingt genau meine Ecke – dass hier der Schwerpunkt liegen würde, wusste ich jedoch bereits vorher.

Der zweite Konferenz-Tag (Mittwoch), offiziell der „Industrie-Tag“, passte mir persönlich am besten. Hier wurde deutlich, dass BPM mehr als nur Modellierung ist. BPM ist schließlich ein holistischer Ansatz und das „M“ im Namen steht ja auch für Management. Die Veranstalter organisierten eine interessante Keynote von Keith Swenson zu Adaptive Case-Management. Darin u.a. ein Zitat von Michael Porter „Change brings Opportunities“, etwas dass ich sofort unterschreiben würde. Weiteres von Keith kann übrigens auf seinem Blog social-biz.org gefunden werden, Slides zu seinem Vortrag sind hier ebenfalls verfügbar.
Zum Abschluss des Tages gab es noch eine Session mit zwei industrienahe bzw. -relevante Präsentationen und eine Speed-Dating-artige Demo-Session mit sechs jeweils 10 min dauernden Vorstellungen. Es standen 18 Demos zur Verfügung, der Zuhörer konnte hierbei frei wählen welche Demo er anschauen will und nach 10 min wechseln.

Der letzte Konferenztag war wieder etwas theoretischer aufgehängt. Neben einer Session zu Process Analytics gab es Vorträge zu Resource and Time Management sowie Deklarativen Prozessen in BPM. Letztlich endete die BPM auch bereits am frühen Nachmittag, somit nur ein 3/4 Tag.

Grundsätzlich gab es ein reges Interesse an der Materie, dieses spiegelt sich auch unter den zahllosen Tweets zur Konferenz wieder. Neben kurzen Kommentaren sind eine Vielzahl an Fotos unter dem Hashtag #BPM2014 zu finden. Dieses hatte den Vorteil, dass die Teilnehmer trotz der – teilweise – zeitlichen Überschneidung von Sessions zumindest rudimentäres Feedback aufnehmen konnten.

Ich fand interessant, dass ein großer Teil der Community (verhältnismäßig) jung ist. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht unbedingt gerechnet. Dieser Punkt machte für mich persönlich einen Einstieg jedoch entspannt und unkompliziert. Alle Teilnehmer mit denen ich mich unterhalten konnte, waren stets offen für Gespräche – unabhängig davon, wem man gegenüber stand. Generell war die gesamte Situation auf der Konferenz ausgesprochen angenehm. Hierzu passte dann letztlich auch die Location für das Konferenz-Dinner ganz hervorragend. Es fand im DAF-Museum statt, welches neben einer sehr ungewöhnlichen Umgebung auch die Chance bot alte Trucks, PKWs sowie Mopeds zu bewundern.

Übrigens, besonders schön sind natürlich auch die Aussichten auf die kommenden Jahre – so wird die BPM2015 in Innsbruck/Österreich (Chair ist Barbara Weber) und die BPM2016 in Rio de Janeiro/Brasilien stattfinden.

Falls jemand mit dem Gedanken spielt dort hinzufahren, jedoch derzeit noch unsicher ist – auf jeden Fall machen, es lohnt sich definitiv. Ich freue mich jetzt bereits auf ein Wiedersehen mit den Teilnehmern der BPM2014 und werde garantiert hinfahren.

Zwischenbericht von der BPM2014 in Eindhoven/NL

Die ersten beiden Tage der BPM2014 in Eindhoven/NL sind vorbei, diese waren für das Doctoral Consortium (Sonntag) sowie den Workshop-Tag (Montag) reserviert.

Die Teilnehmeranzahl am DC war höher als ich erwartet hatte, so fanden sich neben meiner Person und fünf anderen präsentierenden PhDlern (Arava Tsoury, Monika Malinova, Christina Tsagkani, Arik Senderovich und Sander Leemans) noch einige „Zaungäste“ sowie eine große Anzahl an internationalen Forschern. Dazu gehörten u.a. Stefanie Rinderle-Ma, Dirk Fahland, Pnina Soffer, Avigdor Gal, Raimundas Matulevicius, Hajo A. Reijers, Barbara Weber und Jan Mendling. Die Vorträge der DC-Teilnehmer beschäftigten sich primär mit klassischen BPM-Problemfeldern (Modellierung oder Process Mining) und weniger mit meinem eigenen, eher organisationsbasierten, Schwerpunkt.

Grundsätzlich waren auch die Workshops für mich idR. zwar etwas zu theoretisch bzw. technisch orientiert, dennoch durchaus interessant.

Ausgesprochen Positiv sehe ich bisher jedoch die sozialen und kommunikativen Möglichkeiten der Konferenz. Unter den knapp 170 Teilnehmern ist nahezu jeder bekannte Name der BPM-Community – darunter u.a. Wil van der Aalst, Marlon Dumas, Mathias Weske oder Michael zur Mühlen. Die daraus entstehenden Kontakte bieten sicherlich den einen oder anderen Denkanstoß.

Wie es der Zufall will, gab es auch einen Vortrag von Jörg Desel, dem ehemaligen Betreuer/Gutachter zu meinem M.Sc. in praktischer Informatik an der FernUni Hagen.

Paper accepted

Gestern Abend bekam ich die Nachricht, dass mein Beitrag für das Doctoral Consortium im Rahmen der BPM 2014 in Haifa akzeptiert worden ist.

Die Einreichung lief über easychair, das Abstract wurde zweifach reviewed und bekam dabei jeweils die Bewertung OVERALL EVALUATION: 2 (accept). Beide Reviewer waren sich darüber darüber einig, dass mein Thema ein interessantes Gebiet betrachtet und durchaus eine gewisse Relevanz hat. So heisst es u.a.

The work addresses a very interesting problem and looks at it rather from the management perspective than the technical/modeling perspective.

bzw.

The proposal addresses a very relevant topic and is very likely to raise an interesting discussion at the DC.

Im speziellen mein „nicht-technischer“ Blickwinkel ist hierbei offenbar ein Pluspunkt.

Most works at the BPM conference address BPM from a technical angle. We very much welcome this work looking at BPM as a method and its adaptation in practice.

Nun heisst es das Papier bis zum 08. August 2014 noch etwas zu überarbeiten. Inhaltlich stellt das kein Problem dar – ich hatte gewisse Aspekte ausgelassen. Jedoch die aktuelle Situation in Israel bereitet mir etwas Kopfschmerzen und ich bin unschlüssig, wie es vor Ort nun weitergeht.

Die Konferenz ist allerdings erst in knapp zwei Monaten (08.09.-11.09.2014) und bis dahin könnte noch viel passieren.