HAW-Promotionskooperationen im Hamburger Abendblatt

Am 14.12.2013 berichtete das Hamburger Abendblatt über die Hürden von Fachhochschul-Absolventen auf dem Weg zur Promotion.

Dabei wurde u.a. auf die derzeitige Situation meiner Kommilitonen an der HAW Hamburg eingegangen, hierbei im Allgemeinen auf die bestehende Promotionskooperationen der HAW Hamburg und der UWS in Paisley und in diesem Kontext im Speziellen auch auf meinen ehemaligen Mit-Promovend Dr. Johannes Hinckeldeyn. Johannes und ich haben/hatten den selben Supervisor in Schottland, nämlich Dr. Rob Dekkers.

Nachdem in Schleswig-Holstein voraussichtlich in 2014/2015 die Promotion an Fachhochschulen möglich sein wird, stellt sich die Frage ob die Hamburgische Wissenschaftsbehörde diesem Vorschlag mittel- bis langfristig folgen wird. Aktuell will die BWF die Universitäten der Hansestadt jedoch nur verpflichten, kooperative Promotionsprogramme mit der HAW einzurichten und hierbei eine Diskriminierung von FH-Absolventen durch die Universitäten nicht mehr zulässig ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass ein solches Vorgehen an der Universität Hamburg im Bereich Wirtschaftsinformatik scheinbar zur Regel gehört(e) – wobei ich letztlich nebem dem „bemängelten“ B.Sc. einer Fachhochschule auch noch einen M.Sc. einer deutschen Universität vorweisen konnte.

So ist die Sachlage zur Promotion in Hamburg noch nicht optimal geklärt, dennoch zeigt sich ein Schritt in die richtige Richtung.

Promotionsrecht für Fachhochschulen in Schleswig-Holstein?

Gemäß aktuellen Informationen des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein und Berichten von Spiegel Online sowie der Süddeutschen Zeitung plant die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende ein neues Hochschulgesetzt, welches Fachhochschulen das Promotionsrecht einräume.

Zum Procedere sagt Prof. Dr. Wende u.a., dass

in Zusammenarbeit mit den FHs [..] bereits ein konkretes Regelwerk entwickelt [wurde], wie zukünftig die Qualität der Promotion gesichert werden kann. Wir koppeln – wie im angelsächsischen Wissenschaftssystem üblich – Betreuung und Begutachtung der Promotion voneinander ab.

Das abschliessende Gutachten soll durch drei bestellte Gutachter erfolgen, wobei von diesen mindestens Zwei von einer Universität kommen müssen. Zusätzlich darf keiner der Gutachtern die Arbeit betreut haben.

Der entsprechende Entwurf soll bereits Anfang 2014 ins Kabinett eingebracht werden und die Novellierung des Hochschulgesetzes zum Ende des kommendes Jahres abgeschlossen werden. Damit wäre Schleswig-Holstein ab 2015 das erste Bundesland, in welchem die Promotion an Fachhochschulen möglich ist.